Weltanschauungen

Die Beschreibung ethischer Vorstellungen und ihrer Begründungen sind nur im Rahmen einer umfassenden Weltanschauung möglich, zu der eine Ontologie, eine Erkenntnistheorie und eine Anthropologie gehören.

 

* Ontologie

Sie versucht herauszufinden, wie die Welt beschaffen ist, in die wir hineingeboren wurden.

Was ist es, was die Welt im Innersten zusammenhält?

Die Ontologie fragt:

Ist es nur die Materie? Oder gibt es auch Geist? Durchwaltet den Kosmos ein alles bestimmendes Prinzip? Gibt es Gott?

 

* Erkenntnistheorie

Sie versucht herauszufinden, was wir mit Hilfe unseren Verstandes erkennen können und was nicht.

Die Erkenntnistheorie fragt:

Was müssen wir wissen, was können wir wissen?

Was müssen wir glauben, was können wir glauben?

 

* Anthropologie

Sie versucht herauszufinden, welche Stellung wir in dieser Welt haben, und wie wir uns verhalten sollen.

Sind wir höher entwickelte Tiere, die über die Evolution auf den jetzigen Stand gekommen sind oder sind wir Kinder Gottes? Oder sind wir beides?

Zur Anthropologie gehört die Ethik, die untersucht, welche Verhaltensweisen geboten sind, und wie sich diese Gebote begründen lassen.

Die Anthropologie fragt:

Gibt es verbindliche, ethische Maßstäbe oder gilt z.B. nur das Recht des Stärkeren?

 

Die drei Bereiche Ontologie, Erkenntnistheorie und Anthropologie hängen eng miteinander zusammen. Sie bedingen sich gegenseitig und können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Insbesondere ist Ethik allein und unabhängig ohne Rückgriff auf Ontologie, Erkenntnistheorie und Anthropologie nicht denkbar.

 

Im Laufe der Zeit sind unterschiedliche Welterklärungsmodelle entwickelt worden, die jeweils eine dazugehörige Ethik enthalten.

In Vorträgen und in der gemeinsamen Diskussion werden diese unterschiedlichen Möglichkeiten untersucht und auf ihre Brauchbarkeit für das persönliche und soziale Leben hin befragt.